[NO 251] MILANO - BADEN (Niederösterreich). ERSTER ITALIENISCHER UNABHÄNGIGKEITSKRIEG 1848/1849. Brief des Oberst und späteren Generals, Graf Franz Josef FOLLIOT von CRENNEVILLE (22. März 1815 in Ödenburg - 22. Juni 1888 in Gmunden) an seine Frau, geb. Gräfin Chotek. [Milano], 22. Februar [1849]. Mit handgemaltem kleinen Grenadier, wozu er folgende Zeilen schrieb:

Lieb Minerl betrachte hier! An des Briefes Rand den treuen Grenadier von Künstlers Hand. – Seinem liebchen immer treu steht er stets kampfbereit. Muthig wie ein Reu (?) Er den letzten Hauch nur nicht der Frau die er über alles liebt sein Leben aber er dem Kaiser gibt. Auch mich heißt man schier Oberst bei die Grenadier tapfer werd ich seyn und so lang ich athmen – Dein

Der übrige Brieftext spricht davon, dass den Bewohnern von Mailand das Feiern des Karnevals in diesem Jahr untersagt ist:

22/2 [= 22. Februar] Gestern mein liebes Minerl bin ich den ganzen Tag nicht dazu gekommen eine Zeile schreiben zu können W. M. dienstliche bestellungen – dann Brigadeexercieren – es fiel discretaminirn aus, nur ist meinem armen Adjut. sein Pferd durchgegangen, ohne daß ihm etwas widerfuhr, ich glaube er hat einen schlechten Kauf gemacht – dann wegen der letzten Carnevalstage (da hier der Fasching bis nächsten Sonntag dauert, jedoch sind Bälle in den theatern, Masken Coriandri (?) werfen etc. strenge verbothen) sehr gewißenhafter Postenvisitirung von 10-1 Uhr Nachts, u. da war ich sehr müde daß ich dich in Gedenken zärtlichst umarmte u. mich nieder legte. für heute od. Samstag erwartet man eine passive Demonstration, nämlich schließen aller Gewölber als trauerzeichen für den verbothenen Carneval – die Dummköpfe sind selbst die Gefoppten da ihnen das Geld so doch täglich viele der 26000 Mann starken Garnison in den Gewölbern ausgeben. für heute lebe wohl Innigstgeliebte ich umarme Euch Gott segne u. schütze Euch dein treuer F

Crenneville (aus altadligem normannischem Geschlecht) trat in das Marinekollegium zu Venedig ein, wurde 1831 Leutnant beim Regiment Kaiserjäger, 1837 Hauptmann, 1841 Dienstkämmerer des Kaisers Ferdinand und stieg bis 1848 zum Obersten und Flügeladjutanten des Kaisers auf. 1849 führte er ein Grenadierbataillon, an dessen Spitze er im Feldzug gegen Piemont sowie während der Streifzüge in der Romagna gegen Garibaldi kämpfte, dann das Infanterieregiment Graf Kinsky. 1850 Generalmajor und Brigadier und befehligte mehrere Jahre die in den italienischen Herzogtümern stationierten österreichischen Truppen. 1855 nach Paris gesandt und 1857 Feldmarschallleutnant und Divisionär in Siebenbürgen und Kroatien.
1859 zeichnete er sich bei Montebello und Solferino aus. Nach dem Krieg  Geheimrat mit dem Vorsitz im Präsidialbüro des Armeeoberkommandos und im Oktober 1859 erster Generaladjutant des Kaisers, als welcher er auch das Präsidium der Zentralkanzlei und den Vortrag über alle persönlichen Angelegenheiten der Armee hatte. 1867 wurde er zum Oberstkämmerer des Kaisers Franz Joseph ernannt.

1 1/4 p. in-8 und Adresse (mit Stempel, MILANO 22 FEB in rot).........235 Euro


[NO 255] KLOSTER ZWETTEL (Niederösterreich) - HERZOGENBURG. Todesmitteilung des Mitbruders Hermanus UHLRICH, geb. 9. Juli 1774 in Albrechtsberg. In lat. Sprache, an das Chorherrenstift in Herzogenburg. Unterzeichnet vom Abt BERTHOLD GAMERITH (12.12.1758 Altenburg -Zisteradorf 1834), Abt von 1808-1828). 27. März 1828.

1 p. in-fol. mit Adresse, Stempel ZWETTEL......................................45 Euro



[NO 257] STIFT NONNBERG (SALZBURG) -HERZOGENBURG. Todesmitteilung der Benedikta Lutgardis, Freyinn von Sternbach, geb. 24. Oktober 1733 zu Innsbruck. 23. November 1822. Ausführliche Lebensbeschreibung.

3 p. in-fol. gedruckt (dekorativer Briefkopf) mit Adresse, Stempel L2 von Salzburg, Trockensiegel................................................................40 Euro


[NO 260] STIFT GERAS (Niederösterreich) - HERZOGENBURG. Todesmitteilung des Stiftsherrn Engelbert THOMAS, geb. am 21. April 1783 in Geras. In lat. Sprache, an das Chorherrenstift in Herzogenburg. Unterzeichnet von Prior Friedrich BARTH. 29. Mai 1834.

1 p. in-fol. mit Adresse und Poststempel..........................................25 Euro



[NO 564] KITZBÜHEL (Tirol). Hanns Vinsterwalder, Verwalter des Erzbischofs von Salzburg Matthäus Lang von Wellenburg (1468-1540) für die Herrschaft Kitzbühel. Quittung über eine vom Bürgermeister der Stadt Georg Kirchdorffer erhaltene Zahlung. Am Sonntag vor St. Pauls Bekehrung (= 23. Januar), 1530.

Ich Hanns Vinsterwalder diezeit des hochwirdigisten fürsten und herren herren Matheusn cardinaln erzbischoven zu Salzburg v. diezeit als innhaber der herrschaft Kizpuhl meines genedigisten herren verwalter der phleg daselbs zu Kizpuhl. Bekhenn das ich von den furnemen weisen burgermaister und rat der stat Kizpuhl die statsteuer und kaufrecht als benentlich sechsundzwainzig guldin reinisch zwey phundt perner drei kreuzer und drei fierer von heurigem neunundzwainzigisten jar verfallen durch iren burgermaister Georgn Kirchdorffer an heut dato in barem beraitem gelt eingenomen und emphanngen habe sag darauf in namen gewelts meines g..stn herren von Salzburg u. gmains sthat Kizpuhl solcher bezalter xxvi gld. r. ii h. p. iii kr. und iii fir. statsteuer und kaufrecht quit ledig und los. Zu verkhund mein eigen innsigl hiefur gedruckht. Beschehen an zontag vor sandt Pauls bekhärung tag des fünffzehenhundert und dreissigsten jars.

1 p. in-4. Grünes Lacksiegel (die dazugehörige Abdeckung ist vorhanden, hat sich gelöst). Ausgezeichneter Zustand. Selten..................................................................250 Euro